Für Ihre Veranstaltung: Multimedia-Show "Waldgeister & andere Wesen"

G. Mayerl dokumentierte über Jahre seltsame Waldgestalten! Rinden, Totholz, Wurzeln werden in ihrem Fotoauge zu mystischen Waldgeistern. Die Bilder der Multimedia-Show regen zum bewussten Betrachten und Mitphantasieren über die unbekannte Seite des Buchenwienerwaldes an.

Der Vortrag kann gebucht werden. Die Fotographin stellt ihre Bilder selbst vor. Buchungsanfrage: hier klicken 

Rückblick auf: Michelbacher Waldgeschichte(n) 11. IX. 2011

 

Ab 9:00 Uhr trafen sich nach und nach 50 Personen, wohl geleitet durch gute Ausschilderung, am "Nutzhof" (www.nutzhof.at). Franz Zöchling unterstützt durch seine gesamte Familie sorgte im Rahmen seines Mostheurigen/Gartens durch gemütliche Sitzplätze für Entspannung nach der (langen) Anreise, sorgte für Speis und Trank und hieß uns alle persönlich willkommen. Er ist Staatspreisträger für vorbildliche Waldwirtschaft 2004, Geschäftsführer der Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Hegerberg und "Vater" der Michelbacher Waldgeschichte(n). Im Betrieb der Familie Zöchling werden 28 ha landwirtschaftlichen Flächen intensiv bewirtschaftet. Dazu kommt der vor allem in den Sommermonaten arbeitsintensive Betrieb einer Mostschenke und die aktiven Mitarbeit in verschiedenen Gemeinschaften. Trotzdem findet die Familie Zöchling genügend Zeit, ihren Wald beispielhaft zu bewirtschaften.

Das Forst+Kultur-Netzwerk (www.forstkultur.at) präsentierte zur freien Ansicht Neuerscheinungen forstlicher Literatur und verteilte an jede(m) TeilnehmerIn "Jahr des Waldes-Informationen". Auch der Elsbeer-Verein (www.elsbeere.at) - als einer der Träger forstkulturellen Tuns in Michelbach - war mit einem Stand vertreten. Ing. Michael Bubna-Litic begrüßte als Obmann der WWG Hegerberg die Anwesenden, freute sich über einige prominente TeilnehmerInnen und stellte die mitwirkendenden bäuerlichen Familien und Organisationen vor. Fö. Hans Kiessling als Leiter der ARGE Forstkultur, BHW NÖ Akademie für Bildung und Regionalkultur versuchte mit seinem Einführungsvortrag bei den TeilnehmerInnen für das Tagesthema "Stimmung zu machen". Im kurzen Abriss über Geschichte, Gegenwart und Zukunft des "Wienerwaldes" wurde auf Basis der Waldwirkungen versucht, die Bedeutung der Region und des Themenkreises "Wald" begreifbar zu machen.Mittels wunderschön restaurierten Kutschen ging es dann in den Wald, wo Franz Zöchling seine Bewirtschaftung an einigen Exkursionspunkten vorstellte: Die Bestände (Seehöhe im Durchschnitt 520 m) setzen sich aus 40% Buche, 30% Fichte, 12% Lärche, 7% Tanne und 11% andere Laubbaumarten zusammen. Die Nutzung erfolgt je zur Hälfte in Form von Kleinkahlschlägen und Einzelstammnutzungen. Die Flächen verjüngen sich natürlich. Laubbaumnaturverjüngungen werden mit Fichte und Tanne ergänzt. Es wird mehr und mehr von der schlagweisen Nutzung und Aufforstung zu Einzelstammnutzungen mit Naturverjüngung übergegangen. Die Tanne wird allerdings stark verbissen und muss daher geschützt werden. Durch gezielte Durchforstung gelingt es Franz Zöchling die natürliche Baumartenmischung, vor allem von Buche, Fichte und Lärche zu erhalten. Zu sehen waren wunderbare Bestandesbilder mit hohem Tannenanteil, viel Buntlaubholz und einige Raritäten, wie Elsbeere, Eibe u.a. Die Waldarbeit führt Franz Zöchling gemeinsam mit seinem Vater durch.  Seit drei Generationen sagen die Nachbarn zu der Familie Zöchling, dass der Holzvorrat in seinen Wäldern zu Ende gehen wird, wenn sie weiterhin soviel Holz nutzen. Die Ergebnisse der Waldwirtschaftspläne 1993 und 2003 beweisen aber das Gegenteil. Von der 9,9 ha großen Waldfläche werden jährlich 50 fm Blochholz, 15 fm Faserholz, 15 fm Brennholz und 100 Srm Hackgut erzeugt, das sind 12 fm/ha - und der Holzvorrat wird nicht weniger. Ein Teil der Nutzungsmenge wird über die Waldwirtschaftsgemeinschaft Hegerberg vermarktet. Ein Teil wird im eigenen Betrieb zu Brennholzpaletten weiterverarbeitet. Diese Paletten werden im Rahmen der WWG Hegerberg für die raschere Manipulation bei der Vermarktung von Brennholz verwendet. Hackgut wird im eigenen Betrieb verwendet und an die Fernwärmegenossenschaft Michelbach geliefert. Natürlich wird das Holz aus dem eigenen Wald auch bei den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden verwendet. So wurde ein Rinderstall in Zimmermannskonstruktion mit Holz aus dem eigenen Wald errichtet. Die Legebuchtenabtrennungen wurden aus Lärchenholz hergestellt. Die betriebseigene Schnapsbrennerei wird mit Hackgut betrieben. (Quelle: hier klicken)

Zu Fuss wurde als nächster Exkursionspunkt der Hangfuß des Stollberges erreicht. Gelabt und erfrischt durch die Landjugend Michelbach (Leitung Monika Hochecker) konnte Österreichs größter geschlossener Eibenbestand bestaunt und bewundert werden. Cirka 1000 Eiben stocken, ca 250 Jahre alt und mit Stammdurchmesser bis zu 51 cm hier auf einer Fläche von rund 5 ha. (Quelle: B. Heinze & L. Paule; Der Eibenfreund 10/2003). Der beeindruckende Bestand gab Anlaß auf die historische Holzverwendung dieser Holzart hinzuweisen. Aber auch Fragen zu den Nachteilen genereller naturschutzrechtlicher Eingriffsverbote bei der Erhaltung und Verbreitung solcher Raritätenbaumarten wurden diskutiert. 

Die Mittagszeit wurde am Hof der Familie Pieringer verbracht. Das zeitgleich durchgeführte Treffen historischer Traktoren führte uns die Geschichte und die Entwicklung der auch für die Forstarbeit so bedeutenden Ackerschlepper eindrücklich vor Augen. Franz Pieringer, Gründer und Eigentümer des Bauernmuseums führte uns selbst durch seine Sammlung und gab Eindrücke vom (wald)bäuerlichen Leben in der Region im vergangenen Jahrhundert. 

Am Kohlplatz der Familie Johann & Theresia Hochecker (www.holzkohle.at) gab es theoretische und vor allem praktische Einblicke in dieses traditionelle, aber auch heute noch für den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes bedeutende,  Pyrolyse-Verfahrens bäuerlicher Holzkohlenerzeugung mittels Rundmeiler. Die Köhlerfamilie aber auch Hans Kiessling führte die TeilnehmerInnen auf eine Zeitreise durch die Jahrtausende der Köhlerei. Köhlerei als anerkanntes immaterielles Kulturerbe aber auch als Chance heute und in einer vielleicht kommenden erdölarmen Zeit. Produkte, wie Holzteer, Holzessig und die diversen Verwendungen der Holzkohle, von Zeichenkohle bis zum Grillen waren ebenfalls Thema ausführlicher Diskussionen. 

Als letzter Fachbeitrag wurden noch am Holzlagerplatz der Familie Hochecker die durch die Waldbauern erzeugten Holzsortimente, deren Vermarktung und die Möglichkeiten und Vorteile der Waldwirtschaftsgemeinschaft vorgestellt. Zurück am Nutzhof saßen Waldeigentümer, Forstleute aber auch interessierte Laien bis zum Einbruch der Dunkelheit noch zusammen und diskutierten "Michelbacher Waldgeschichte(n)".

Zu danken ist zahlreichen Personen und Organisationen, welche bei Planung, Bewerbung und Durchführung ihren Anteil am Gelingen dieser allseits sehr positiv beurteilten Veranstaltung hatten.

Das war: IJdW-Stand Forstkultur-Netzwerk am Traunkirchner Holzmarkt 03. & 04. IX. 2011

Die idyllische Salzkammergutgemeinde Traunkirchen veranstaltete im  Herbst 2011 zum 18. mal den Holzmarkt im Spitzvillaareal. Die Spitzvilla und der Spitzpark wurden am 03. und 04. September 2011 in der Zeit von 09:00 bis 18:00 Uhr zur großen Kunstarena für den heimischen Werkstoff Holz und dessen handwerkliche und künstlerische Verarbeiter.

Anlässlich des Internationalen Jahr des Waldes (IJdW) präsentierte das Forst+Kultur-Netzwerk forstkulturelles/holzhistorisches Wissen/Aktivitäten rund um Wald&Holz. Natürlich wurde auch auf die Fülle bevorstehender Veranstaltungen im IJdW, in der Region und darüber hinaus, hingewiesen!

Neben umfassender allgemeiner Themeninformation betreute am

03. September - FWM Gilbert HOLZER, Obmann FoKuS; (Themen: Forst+Kultur - Lehrgang; IJdW;  Wald, Waldglas, Holzkohle aus dem Mühlviertel)

04. September - Fö. Hans KIESSLING (Themen: Allgemeine Waldinfo; IJdW; Traditionelle waldbäuerliche Nebengewerbe - Holzverarbeitung - rare Holz/Baumarten und deren Verarbeitung <gemeinsam mit HARMONIKABAU JAMNIK als "Nachbarstand">)

den sehr gut frequentierten Stand im 1. Stock der Spitzvilla.

So war: HOLZ bei der MARINE - Führung im Internationalen Jahr des Waldes - Heeresgeschichtliches Museum Wien

Pünktlich um 14:15 Uhr begrüßte Mag. Manfred LITSCHER, HGM die erscheinenen 25 TeilnehmerInnen bei der Führung HOLZ bei der Marine - anläßlich des Internationalen Jahres des Waldes.

Fö. Hans KIESSLING gliederte seine Führung in mehrere Teile. Im gärtnerisch gestalteten Teil des Arsenals vor dem HGM stellte er Wald in Österreich vor und spannte den Boden vom 12. ins 21. Jahrhundert. Baumarten und historische Handwerke in und um Wien sowie holztechnische Eigenschaften wurden im Schatten alter Ahorne, Kiefern und Linden besprochen.

Im Marinesaal selbst wurde einerseits der Schiffbau in Wien, die Holzversorgung der diversen Schiffbauplätze in und bei Wien sowie der Weg des Holzes aus den Alpen zum Bestimmungsort besprochen. Detailliert wurde auch auf die Donauflotte im Laufe der Jahrhunderte eingegangen. Andererseits wurde der Bogen zur militärischen Hochseeschifffahrt von den Galeeren bis zu den Schiffen mit eisernen Rumpf gespannt. Am Beispiel der Objekte im Marinesaal wurden auch historische Holzhandwerke und ihre militärische Bedeutung besprochen.

<Quellen: Fotos: M. Litscher; Text H. Kiessling>

Hosting by abaton GmbH